Die aktuelle Lage im Sudan Stand 08/26
Die halbwegs gute Nachricht zuerst: unsere Schule in Karakoulle ist in mehr als drei Jahren des Krieges heil geblieben, einhundert Mädchen und Jungen lernen dort Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch im Schulgebäude in Saraf Oumra, das wir finanziert haben, wird unterrichtet. Die ersten beiden Klassen der weiterführenden Al Ikhlas-Schule haben dort dank unserer Hilfe ein festes Dach über dem Kopf. Das ist nicht selbstverständlich, der Krieg im Sudan verhindert den Unterricht an den meisten Schulen des Landes. Seit die RSF-Milizen (s. unten) die Stadt El Fasher nach eineinhalbjähriger Belagerung im Oktober vergangenen Jahres eingenommen haben, ist die ganze Region Darfur unter ihrer Kontrolle. Unter der Zivilbevölkerung richtete die RSF ein Blutbad an, die Weltöffentlichkeit hat es mit einem Schulterzucken quittiert. Das ist unerträglich, es erinnert an die Reaktionen auf die Völkermorde in Srebrenica oder Ruanda. Alles, was der UN-Menschenrechtsrat bisher geschafft hat, ist eine Resolution zu verabschieden, die das Geschehen verurteilt. Auch die Länder, die die RSF unterstützen, vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate, bleiben unbehelligt.
Die Menschen im Sudan werden alleingelassen.
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen handelt es sich um die größte humanitäre Katastrophe der Welt. 12 Millionen sind auf der Flucht, 26 Millionen hungern oder sind vom Hunger bedroht. Schätzungen zufolge sind dem Bürgerkrieg bisher 150.000 Menschen zum Opfer gefallen.
Der Hintergrund
Der Sudan ist ein Land im Nordosten Afrikas, fünfmal so groß wie Deutschland, knapp 50 Millionen Menschen leben dort. Das Land ist geprägt von Trockenheit, liegt zu großen Teilen in der Sahara oder an deren südlichem Rand, der Sahelzone.
Der Sudan war bis 1956 britische Kolonie, seit der Unabhängigkeit gibt es politische Unruhen im Land. Ein fast 50 Jahre dauernder Bürgerkrieg zwischen dem eher christlich geprägten Süden und dem muslimischen Norden endete 2011 mit der Unabhängigkeit des Südsudan. Doch auch in anderen Regionen des Landes brachen immer wieder Aufstände aus, der bekannteste und folgenreichste 2003 in Darfur.
Unsere Unterstützung brauchen die Kinder dringender denn je. Was wir noch tun können, um zu helfen, ist Geld überweisen, damit Lehrer bezahlt werden können und damit die Kinder Bücher, Hefte und Stifte kaufen können. Wir sorgen so für ein wenig Normalität im Horror des Krieges. Immerhin.



Scheckübergabe an Stefan Maier
Scheckübergabe an Stefan Maier